Chargierte-Briefe 1854–1876

Die Chargierung eines Briefes bot dem Absender einen Einlieferungsnachweis sowie die Gewähr einer besonderen Behandlung durch die Post bis zur Aushändigung an den Empfänger. Bei Verlust leistete die Post eine Entschädigung. Chargierte Briefe mussten frankiert und mit mindestens zwei Wachssiegeln dicht verschlossen sein.

Von der Einführung der Briefmarke am 1. Januar 1849 bis Ende Juni 1854 betrugen die Gebühren für einen chargierten Brief das Doppelte des gewöhnlichen Briefportos. So kostete beispielsweise ein chargierter Brief mit einem Gewicht von 7,5 g im Jahr 1849 insgesamt 40 Centimes: 20 Centimes Briefporto und 20 Centimes Chargierungsgebühr.

Der Tarif vom 1. Juli 1854 legte fest, dass sich die Gesamtgebühr aus dem gewichtsabhängigen Briefporto und einer festen Chargierungsgebühr von 20 Centimes zusammensetzte.

Für das Briefporto galten folgende Gewichtsstufen für chargierte Briefe:

- 1. Gewichtsstufe: bis einschließlich 7,5 g: 20 Centimes

- 2. Gewichtsstufe: über 7,5 g bis einschließlich 15 g: 40 Centimes

- 3. Gewichtsstufe: über 15 g bis einschließlich 100 g: 80 Centimes

- Über 100 g: je weitere 100 g zusätzlich 80 Centimes

Chargé-Brief von BAILLEUL nach SAINT-OMER, freigemacht mit 60 Centimes
Chargé-Brief von BAILLEUL nach SAINT-OMER, freigemacht mit 60 Centimes

Deutsche Übersetzung:

Als Chargierung bezeichnet man das Verfahren, bei dem der Absender die Einlieferung eines Briefes oder Briefpakets bei einer Postanstalt förmlich bestätigen und sich einen Einlieferungsschein ausstellen lässt.

Ein solcher Brief oder ein solches Briefpaket darf nur dann von einem Postbediensteten an einen anderen weitergegeben werden, wenn jeder übernehmende Bedienstete dem übergebenden eine Empfangsbestätigung erteilt. Die Sendung darf nur dem Empfänger selbst oder einem von ihm ordnungsgemäß bevollmächtigten Vertreter (1) und nur gegen Empfangsbestätigung ausgehändigt werden. Die Postverwaltung ist dadurch jederzeit in der Lage, den Weg eines chargierten Briefes oder Briefpakets nachzuverfolgen und dem Absender die Aushändigung an den Empfänger sowie deren Tag und Uhrzeit nachzuweisen. Konnte die Aushändigung aus irgendeinem Grund nicht erfolgen, kann sie die chargierte Sendung an den Absender zurücksenden oder ihm den Grund der Nichtzustellung erläutern.

Bei Verlust eines frankierten chargierten Briefes oder Briefpakets gewährt der Staat eine Entschädigung von 50 Francs (Gesetz vom 5. Nivôse des Jahres V).

Briefe und Briefpakete, die chargiert werden sollen, sind am Schalter der Aufgabepostanstalt einzuliefern. Sie müssen sich in einem mit feinem Siegellack verschlossenen Umschlag befinden. Die Anzahl der Siegel muss der Größe der Sendung entsprechen und darf niemals weniger als zwei betragen. Die Siegel sind so anzubringen, dass sie die unteren Umschlagklappen mit den oberen verbinden, wie in den nachstehenden Mustern dargestellt.

Alle Siegel müssen aus demselben Siegellack bestehen und denselben Abdruck tragen; dieser muss dem Absender eigen sein. Allgemein gebräuchliche Siegelabdrücke sind ausdrücklich ausgeschlossen, insbesondere solche, die mit einer Münze, einem Fingerhut oder einem ähnlichen Gegenstand hergestellt werden.

Chargierte Briefe und Briefpakete können wie andere Briefe und Briefpakete entweder an eine Wohnanschrift oder postlagernd adressiert werden.

Das Porto ist stets im Voraus zu entrichten; für Frankreich und Algerien setzt es sich zusammen aus:

  1. dem Porto eines gewöhnlichen Briefes entsprechend dem Gewicht des Briefes;

  2. einer festen Zusatzgebühr von 20 Centimes.

(1) Diese Vollmacht besteht in einer besonderen, vor einem Notar errichteten Vollmacht oder in einer privatschriftlichen Vollmacht, die ordnungsgemäß beglaubigt und registriert ist.

Chargé-Brief von BAILLEUL nach SAINT-OMER, freigemacht mit 60 Centimes für ein Gewicht von 15,4 g, entsprechend der 2. Gewichtsstufe.

Die Freimachung setzt sich wie folgt zusammen:

40 Centimes Porto für die 2. Gewichtsstufe

20 Centimes feste Chargé-Gebühr

(Tarif vom 6. Juli 1859)

Die Vorschriften gaben keine bestimmte Anzahl an Wachssiegeln vor; es waren jedoch mindestens zwei erforderlich.

Das Rundschreiben Nr. 129 von Juni 1859 machte keine Angabe zur Tintenfarbe für den Beschreibungsstempel. Allerdings wurde seit der Rundschreiben Nr. 36 vom 18. Oktober 1836 festgelegt, dass der Stempel „CHARGÉ“ in Rot und nicht in Schwarz aufgebracht werden musste.

Chargé-Brief von CAMBRAI nach PARS, frankiert mit 40 Centimes
Chargé-Brief von CAMBRAI nach PARS, frankiert mit 40 Centimes

Chargé-Brief von CAMBRAI nach PARIS, frankiert mit 40 Centimes für ein Gewicht von 6,2 g.

Die Freimachung setzt sich wie folgt zusammen:

20 Centimes Porto für die 1. Gewichtsstufe

20 Centimes feste Chargé-Gebühr

Die Nummer oben links entspricht der Eintragung in das Register Nr. 18 der Chargé-Sendungen.

Artikel 318 der Allgemeinen Anweisung von 1856.

Auszug aus dem Rundschreiben Nr. 20 des Monatsbulletins vom August 1856.

Chargé-Brief von VALENCIENNES nach DOUCHY  freigemacht mit 40 Centimes
Chargé-Brief von VALENCIENNES nach DOUCHY  freigemacht mit 40 Centimes

Chargé-Brief von VALENCIENNES nach DOUCHY (im Postbezirk des Postamts BOUCHAIN), freigemacht mit 40 Centimes.

Dieser Brief war an eine verstorbene Person adressiert, und die Erben weigerten sich, ihn anzunehmen: „Décédé... Refusée par les héritiers.“

In solchen Fällen wurde ein abgelehnter Chargé-Brief, vom zuständigen Postamt täglich als unzustellbar an das Amt für unzustellbare Sendungen in Paris.

Auszug aus Artikel 1076 der Allgemeinen Anweisung von 1856.

Auszug aus Artikel 1099 der Allgemeinen Anweisung von 1856.

In diesem Fall trägt der Brief den Stempel eines Handelsunternehmens, genauer gesagt eines Versicherers. Daher kann er sofort zurückgesandt werden.

Article 1100 de l'Instruction générale de 1856.

Artikel 288 der Allgemeinen Anweisung von 1868.

Auszug aus den Errata des Monatsbulletins Nr. 2 vom August 1868.

Wertbrief  über 1.250 Francs, Gewicht 10,7 g, von LILLE nach PARIS.
Wertbrief  über 1.250 Francs, Gewicht 10,7 g, von LILLE nach PARIS.

Wertbrief über 1.250 Francs, Gewicht 10,7 g, von LILLE nach PARIS.

Die Freimachung setzt sich wie folgt zusammen:

40 Centimes für die 2. Gewichtsstufe

20 Centimes feste Chargé-Gebühr

1 Franc 30 Centimes als proportionale Gebühr, die vom Absender entrichtet wurde.

Ab dem 1. Juni 1870 musste die proportionale Gebühr für Wertbriefe mit Postwertzeichen entrichtet werden und nicht mehr in bar.

Auszug aus der Rundschreiben Nr. 28 des Monatsbulletins Nr. 22 vom April 1870.

Chargé-Brief von LILLE-FIVES nach PARIS, Gewicht 5,7 g.
Chargé-Brief von LILLE-FIVES nach PARIS, Gewicht 5,7 g.
Einschreiben mit einem Gewicht von 15 g von LILLE nach PARIS.
Einschreiben mit einem Gewicht von 15 g von LILLE nach PARIS.

Chargé-Brief von LILLE-FIVES nach PARIS, Gewicht 5,7 g.

Die Freimachung von 75 Centimes setzt sich wie folgt zusammen:

25 Centimes für den 1. Gewichtsstufe

50 Centimes feste Chargé-Gebühr

Einschreiben mit einem Gewicht von 15 g von LILLE nach PARIS.

Die Freimachung berechnet sich wie folgt:

40 c für die 2. Gewichtsstufe (über 10 g);

50 c für die Einschreibgebühr.

Am 1. September 1871 wurden die Postgebühren wie folgt erhöht:

- Brief bis einschließlich 10 g: 25 Centimes

- Über 10 g bis einschließlich 20 g: 40 Centimes

- Über 20 g bis einschließlich 50 g: 70 Centimes

- Je weitere 50 g: zusätzlich 50 Centimes

- Feste Chargierungsgebühr: 50 Centimes

- Wertgebühr je 100 Francs des angegebenen Wertes: 20 Centimes

Der Höchstbetrag der Wertangabe blieb bei 2.000 Francs.

Auszug aus dem Rundschreiben Nr. 301 des Monatsbulletins vom Juni 1863.

Einschreiben von MERVILLE nach NIEL in Belgien, freigemacht mit 80 c. Das Chargieren von Briefen nach Belgien war erlaubt. Die Anweisung Nr. 15 des Monatsbulletins vom Juni 1869 fügte der Konvention von 1865 einen Nachtrag hinzu. Dieser Nachtrag bestätigte die feste Chargé-Gebühr in Höhe von 50 c und legte eine proportionale Gebühr für deklarierte Werte von 20 c pro 100-Franken-Einheit fest.

Auszug aus der Anweisung Nr. 15 des Monatsbulletins vom Juni 1869.

Der Monatsbulletin Nr. 2 vom August desselben Jahres korrigierte diesen Fehler durch ein Erratum.

Die Allgemeine Anweisung, die im Juli 1868 veröffentlicht wurde, erwähnt nicht die Farbe der Tinte, die für den Beschreibungsstempel vorgesehen ist.

Als die Postverwaltung im Dezember 1862 ihr neues Nummernverzeichnis der Postämter einführte, mussten die Postämter ihre Stempel „descriptif de chargement“ entsprechend der neuen Nummerierung der Rautenstempel mit großen Ziffern („Gros Chiffres“) untereinander austauschen.

Das Gesetz vom 4. Juni 1859, das am 6. Juli 1859 in Kraft trat, änderte die Gewichtsstufen und gestattete es den Postkunden, Wertgegenstände in chargierte Briefe einzulegen. Solche Briefe wurden als Briefe mit Wertangabe bezeichnet. Dafür wurde eine zusätzliche Wertgebühr von 10 Centimes je 100 Francs des angegebenen Wertes erhoben. Diese Gebühr wurde am Postschalter bar entrichtet und auf dem Brief nicht vermerkt. Der Höchstbetrag der Wertangabe betrug 2.000 Francs.

Die Gewichtsstufen für chargierte Briefe wurden im Juni 1859 wie folgt festgelegt:

- 1. Gewichtsstufe: bis einschließlich 10 g: 20 Centimes

- 2. Gewichtsstufe: über 10 g bis einschließlich 20 g: 40 Centimes

- 3. Gewichtsstufe: über 20 g bis einschließlich 100 g: 80 Centimes

- Über 100 g: je weitere 100 g zusätzlich 80 Centimes

Obwohl die Gewichtsgrenzen geändert wurden, blieb das Porto der jeweiligen Gewichtsstufe unverändert.

Bis Juni 1859 trugen chargierte Briefe neben dem Entwertungsstempel und dem Tagesstempel des Postamtes lediglich den roten Vermerk „CHARGÉ“. Ab dem 1. Juli 1859 musste auf der Rückseite ein neuer Stempel angebracht werden: der sogenannte „descriptif de chargement“. In diesen Stempel waren das Gewicht des Briefes, die Anzahl und Farbe der Wachssiegel sowie deren Siegelabdruck einzutragen.

Deutsche Übersetzung:

§ 5. Die von Privatpersonen frankierten chargierten Briefe sind auf der Rückseite des Umschlags mit einem besonderen Stempel, dem sogenannten Beschreibungsstempel, zu versehen. Die Postdirektoren und Postdistributoren werden bis zum kommenden 1. Juli damit ausgestattet sein (1). Dieser Stempel trägt wie der Entwertungsstempel die Ordnungsnummer der jeweiligen Postanstalt und enthält fünf Felder. In diese trägt der Postbedienstete, der die chargierte Sendung angenommen hat, das Gewicht des Briefes sowie Anzahl, Farbe und Abdruck der Siegel ein. Diese Angaben sind möglichst ohne Streichungen oder Überschreibungen vorzunehmen. In jedem Fall müssen gestrichene oder überschriebene Buchstaben und Ziffern durch die Unterschrift des Postbediensteten bestätigt werden.

(1) Das Stempelmuster befindet sich im Anschluss an dieses Amtsblatt.

§ 6. Sollte der Beschreibungsstempel ausnahmsweise unbrauchbar werden, muss der Postbedienstete unverzüglich beim Materialbüro dessen Reparatur beantragen. Bis der Stempel ersetzt ist, trägt er die darin vorgesehenen Angaben handschriftlich auf der Rückseite der chargierten Briefe ein und bestätigt sie durch seine Unterschrift.

§ 7. Der Beschreibungsstempel soll die wiederholte Übertragung der darin enthaltenen Angaben auf die Begleitlisten der chargierten Sendungen, in das Eingangsregister Nr. 19 und auf die Rückscheine vermeiden.

Der Tagesstempel jeder Postanstalt, die ein chargierter Brief durchläuft, ist deutlich und möglichst neben dem Beschreibungsstempel abzuschlagen. Dieser Tagesstempelabschlag genügt als Bestätigung dafür, dass der zuständige Postbedienstete die Übereinstimmung des Gewichts und der Siegel des Briefes mit den Angaben des Beschreibungsstempels überprüft hat. Er macht diesen Bediensteten für Abweichungen oder Veränderungen verantwortlich, die im weiteren Dienstverlauf festgestellt werden.

§ 8. Stimmen das Gewicht oder die Siegel eines chargierten Briefes nicht mit den Angaben im Beschreibungsstempel überein, so werden diese durch einen abweichenden Vermerk berichtigt, der mit roter Tinte unter der ursprünglichen Beschreibung anzubringen und durch die Unterschrift des prüfenden Postbediensteten zu bestätigen ist. Gegen die Postanstalt, in deren Kartenschluss der chargierte Brief vorgefunden wurde, ist ein Protokoll aufzunehmen.

Hat die Aufgabepostanstalt den Beschreibungsstempel nicht angebracht, so nimmt der Postbedienstete der Postanstalt, die dieses Versäumnis feststellt, darüber ein Protokoll auf und ergänzt die fehlenden Angaben nach dem oben in § 6 beschriebenen Verfahren.

Im Dezember 1862, als die Verwaltung ihre neue Nomenklatur der Postämter einführte, mussten die Postämter ihren Beschreibungstempel gemäß der neuen Nomenklatur (derjenigen der „Gros Chiffres“ austauschen.

Das Gesetz vom 4. Juni 1859 (in Kraft seit dem 6. Juli 1859) änderte die Gewichtsstufen und ermöglichte es den Nutzern, Werte in Chargé-Briefe einzufügen, wodurch diese Briefe als Wertbriefe galten.

Hinsichtlich des Gewichts übernahm der Tarif vom 1. Juli 1854 die Gewichtsstufen der gewöhnlichen Briefe, nämlich:

1. Stufe: bis einschließlich 7,5 g

2. Stufe: über 7,5 g bis 15 g

3. Stufe: über 15 g bis 100 g

Die Gewichtsstufen für Chargé-Briefe wurden im Juni 1859 wie folgt festgelegt:

1. Stufe: bis einschließlich 10 g

2. Stufe: über 10 g bis 20 g

3. Stufe: über 20 g bis 100 g

Obwohl sich die Gewichtsskala änderte, blieb das Porto für jede Gewichtsstufe unverändert.

Auszug aus dem Rundschreiben Nr. 135 des Monatsbulletins Nr. 47 vom Juli 1859.

Im Februar 1873 wurde der Höchstbetrag der Wertangabe durch das Gesetz vom 25. Januar 1873 auf 10.000 Francs angehoben.

Der Tarif vom 1. Januar 1876 ließ die zusätzlichen Gebühren für die Chargierung und die Wertangabe unverändert. Lediglich das Briefporto und die Gewichtsstufen wurden geändert:

- Brief bis einschließlich 15 g: 25 Centimes

- Über 15 g bis einschließlich 30 g: 50 Centimes

- Über 30 g bis einschließlich 50 g: 75 Centimes

- Je weitere 50 g: zusätzlich 50 Centimes

Das Rundschreiben Nr. 135 vom Juli 1859 gestattete nicht nur die Einlage von Wertgegenständen in chargierte Briefe, sondern auch die Anforderung eines Rückscheins. Der Absender konnte somit gegen eine Gebühr von 10 Centimes einen Rückschein bei der Post beantragen.

Die Rückscheinformulare für chargierte Briefe waren nicht immer gleich gestaltet, bestanden jedoch stets aus vier Blättern.

Das Postamt von LILLE hat bereits das Feld Nr. 1 ausgefüllt, während das Postamt von ORCHIES für Feld Nr. 2 zuständig ist, falls der Brief zugestellt wurde. Es ist bemerkenswert, dass der Absender diese Empfangsbestätigung zusammen mit dem Einlieferungsschein des Briefes archiviert hat.

Das Postamt von ORCHIES sendet das Formular an das Postamt von LILLE zurück.

Sobald das Formular Nr. 103 beim Postamt von LILLE eingegangen ist, wird es an den Absender weitergeleitet. Es ist zu beachten, dass die 10-Cent-Marke bereits zuvor vom Postamt von LILLE angebracht und entwertet wurde, bevor das Formular nach ORCHIES gesendet wurde.

Da die Postverwaltung festgestellt hatte, dass das Formular Nr. 103 nicht immer ordnungsgemäß von den Mitarbeitern ausgefüllt wurde und zudem nicht ausreichend vollständig war, wurde beschlossen, ein neues Modell des Formulars Nr. 103 einzuführen. Dieses Modell erschien im März 1867. Die Entscheidung wurde durch das Rundschreiben Nr. 500 des monatlichen Bulletins vom Dezember 1866 offiziell bekannt gegeben.

Auch wenn das Formular unterschiedlich ist, hat sich der damit verbundene Prozess nicht geändert.

Artikel Nr. 294 der Allgemeinen Anweisung von 1868 legt fest, dass die Mitteilung Nr. 103 verpflichtend an das absendende Postamt zurückgesendet werden muss.

Der Tarif vom 1. September 1871 erhöht den Preis der Mitteilung Nr. 103 auf 20 c. Ab Februar 1873 wird sie auch für eingeschriebene Briefe verwendet.

Wo findet man die Informationen?

Um sich mit den französischen Posttarifen zu befassen, ohne unbedingt die Postvorschriften konsultieren zu müssen: les tarifs postaux français von Jean-Louis Bourgouin.

Ab 1863 wurde ein neuer Beschreibungsstempel in die Materialausstattung der sehr großen Postämter aufgenommen. Dieser musste auf der Vorderseite der Briefe (und nicht mehr auf der Rückseite) angebracht werden und enthielt ein Datum.

Auszug aus dem Postjahrbuch von 1857.

Auszug aus dem Rundschreiben Nr. 129 des Monatsbulletins Nr. 46 vom Juni 1859.

Deutsche Übersetzung:

Amtsblatt Nr. 47 — Juli 1859
Verfügung Nr. 135

ABSCHNITT I

ÜBER CHARGIERTE BRIEFE IM ALLGEMEINEN

§ 1. In Briefe, die zur Chargierung eingeliefert werden, dürfen Banknoten, Schuldverschreibungen sowie auf den Inhaber zahlbare Dividenden- und Zinsscheine eingelegt werden.

Ebenso dürfen chargierte Briefe Wertpapiere jeder Art enthalten.

Ausdrücklich verboten ist jedoch die Einlage von Gold, Silber, Schmuck oder anderen Kostbarkeiten.

§ 2. Bei Verlust eines chargierten Briefes haftet die Postverwaltung mit einer festen Entschädigung von 50 Francs.

§ 3. Das Porto chargierter Briefe zwischen Postanstalten innerhalb Frankreichs sowie gleichartiger Briefe von Frankreich nach Korsika und Algerien und umgekehrt unterliegt einer anderen Gewichtsstaffelung als gewöhnliche Briefe. Es wird wie folgt festgesetzt:

Bis einschließlich 10 Gramm: 20 Centimes

Über 10 bis einschließlich 20 Gramm: 40 Centimes

Über 20 bis einschließlich 100 Gramm: 80 Centimes

Über 100 Gramm, je weitere angefangene 100 Gramm: zusätzlich 80 Centimes

§ 4. Für jeden chargierten Brief ist zusätzlich zum vorstehend nach Gewicht festgesetzten Porto eine feste Gebühr von 20 Centimes für die Chargierung zu entrichten.

[…]

Die Wertangabe darf 2.000 Francs nicht übersteigen. Derselbe Absender darf jedoch gleichzeitig mehrere chargierte Briefe mit Wertangabe an denselben Empfänger senden.

Eine Wertangabe ist nur für die im ersten Absatz dieses Paragraphen bezeichneten Werte zulässig. Die Postbediensteten haben den Absendern hierzu jedoch keine Fragen zu stellen.

§ 9. Bei Verlust oder Beraubung eines chargierten Briefes mit Wertangabe haftet die Postverwaltung bis zur Höhe des angegebenen Wertes, der 2.000 Francs nicht übersteigen darf.

§ 10. Für die Wertangabe der in einem chargierten Brief enthaltenen Werte wird zusätzlich zu den in den vorstehenden §§ 3 und 4 festgesetzten Gebühren eine Gebühr von 10 Centimes je angefangene 100 Francs des angegebenen Wertes erhoben.

§ 11. Die Wertangabe ist in der oberen linken Ecke des Briefumschlags anzubringen. Der Betrag der enthaltenen Werte ist in Francs und Centimes vollständig in Worten und ohne weitere Angaben niederzuschreiben.

Die Wertangabe muss vom Absender selbst im Voraus niedergeschrieben werden. Streichungen und Überschreibungen sind auch dann unzulässig, wenn sie bestätigt wurden; andernfalls wird die Annahme verweigert.

Der Postbedienstete darf bei der Abfassung der Wertangabe nicht mitwirken. Er darf dem Absender lediglich auf dessen Verlangen die nachstehende Bestimmung zur Kenntnis bringen.

Deutsche Übersetzung:

318. Das Porto für Briefe oder Briefpakete, die von Privatpersonen zur Chargierung nach Frankreich oder Algerien eingeliefert werden, ist stets im Voraus zu entrichten.

Es setzt sich zusammen aus:

  1. dem Porto eines gewöhnlichen Briefes entsprechend dem Gewicht des Briefes;

  2. einer festen Zusatzgebühr von 20 Centimes. (Gesetz vom 20. Mai 1854.)

Die Frankierung des Briefes erfolgt durch Briefmarken. Nachdem der Postdirektor überprüft hat, ob die Briefmarken die zu entrichtende Gebühr vollständig decken, vermerkt er das Gewicht des Briefes auf dessen Rückseite in Gegenwart des Absenders.

Deutsche Übersetzung:

UNZUREICHEND MIT BRIEFMARKEN FRANKIERTE CHARGIERTE SENDUNGEN NACH FRANKREICH ODER ALGERIEN. — VON DEN BESTIMMUNGSPOSTANSTALTEN VON AMTS WEGEN ZU ERSTELLENDE NAMENSVERZEICHNISSE.

§ 16. Artikel 318 der Allgemeinen Dienstanweisung über die Frankierung chargierter Briefe nach Frankreich oder Algerien enthält im letzten Absatz folgende Bestimmungen:

„Die Frankierung des Briefes erfolgt durch Briefmarken. Nachdem der Postdirektor überprüft hat, ob die Briefmarken die zu entrichtende Gebühr vollständig decken, vermerkt er das Gewicht des Briefes auf dessen Rückseite in Gegenwart des Absenders.“

§ 17. Mehrere Postbedienstete haben aus den unterstrichenen Worten dieses Absatzes geschlossen, dass die Frankierung der betreffenden chargierten Briefe auf Risiko des Absenders erfolge. Bei unzureichendem Wert der Briefmarken sei daher nach dem im dritten Absatz des Artikels 672 vorgeschriebenen Verfahren eine ergänzende Gebühr vom Empfänger zu erheben.

§ 18. Diese Auslegung ist falsch. Zwar müssen die betreffenden Briefe mit Briefmarken frankiert werden; da dies jedoch unter den Augen der Postdirektoren oder der mit dem Schalterdienst betrauten Postbediensteten geschieht, die über die nötige Zeit und die erforderlichen Mittel verfügen, eine unzureichende Frankierung ergänzen zu lassen, tragen diese zwangsläufig die Verantwortung für etwaige Fehler.

Privatpersonen können berechtigterweise nur für solche Briefe verantwortlich gemacht werden, die sie selbst in den Briefkasten einwerfen oder einwerfen lassen und bei denen eine unzureichende Frankierung erst in ihrer Abwesenheit festgestellt werden kann.

Die in VALENCIENNES eingetragene Chargé-Nummer wurde durchgestrichen, und das Postamt in BOUCHAIN vermerkte eine neue Nummer (Nr. 1) – die Nummer in der Liste der täglich nach Paris gesandten unzustellbaren Sendungen.

Deutsche Übersetzung:

1076. Zu den täglich als unbestellbar auszusondernden Sendungen gehören die nachstehend bezeichneten Gegenstände:

1. Briefe und Briefpakete, deren Weiterleitung oder Zustellung wegen fehlender, unleserlicher oder unvollständiger Anschrift nicht möglich war. (Verordnung vom 20. Januar 1819.)

2. Unfrankierte Briefe nach Ländern, für die Frankierungszwang besteht, sowie unzureichend mit Briefmarken frankierte Briefe nach denselben Ländern, sofern in beiden Fällen die in Artikel 1070 vorgeschriebenen Formalitäten erfüllt worden sind.

3. Briefe, deren Annahme von Privatpersonen verweigert wurde, sowie Briefe an unbekannte Personen oder an bekannte Personen, deren gegenwärtiger Wohnort unbekannt ist, sofern diese Briefe einen Stempel, einen Namensstempel oder ein Siegel tragen, aus dem das Handelshaus, die Gesellschaft, das Unternehmen, die Dienststelle oder eine sonstige Einrichtung hervorgeht, von der sie stammen, oder sofern sie einen handschriftlichen Vermerk mit genauer Angabe des Namens und des Wohnorts des Absenders aufweisen. (Ministerialentscheidung vom 30. Mai 1850.)

Deutsche Übersetzung:

1100. Die unter Nr. 1 und 2 des vorhergehenden Artikels genannten Briefe werden unverzüglich und gebührenfrei an die Personen oder Amtsträger zurückgesandt, deren Namensstempel oder Gegenzeichnung sie tragen. Die unter Nr. 3 bezeichneten Briefe sind an den Finanzminister zurückzusenden. (Ministerialentscheidung vom 28. Juli 1828.) Die unter Nr. 4 bezeichneten Briefe werden unverzüglich an ihre Absender zurückgesandt und mit der jeweils anfallenden Gebühr belastet.

Deutsche Übersetzung:

BEHANDLUNG DER TÄGLICH NACH PARIS ZU SENDENDEN UNBESTELLBAREN SENDUNGEN

1099. Die in den täglichen Sendungen unbestellbarer Post enthaltenen und in Artikel 1076 genannten Briefe und sonstigen Korrespondenzgegenstände werden unmittelbar nach ihrer Ankunft in Paris geöffnet (Verordnung vom 20. Januar 1819), ausgenommen:

4. Briefe, die einen Stempel, einen Namensstempel oder ein Siegel tragen, aus dem das Handelshaus, die Gesellschaft, das Unternehmen, die Dienststelle oder eine sonstige Einrichtung hervorgeht, von der sie stammen, oder die einen handschriftlichen Vermerk mit genauer Angabe des Namens und des Wohnorts des Absenders aufweisen.

Deutsche Übersetzung:

288. Chargierte Sendungen werden in Gegenwart der Absender mit folgenden Stempeln versehen:

1. Auf der Anschriftseite: mit dem Tagesstempel der Postanstalt in schwarzer Tinte, dem Stempel CHARGÉ in roter Tinte und, bei einem Brief ins Ausland, mit dem Stempel P D;

2. Auf der Rückseite des Umschlags: mit dem Beschreibungsstempel für das Gewicht und die Siegel des chargierten Briefes. Dieser Stempel trägt die Ordnungsnummer der Postanstalt, zu der er gehört.

Deutsche Übersetzung:

BERICHTIGUNGEN ZUR ALLGEMEINEN DIENSTANWEISUNG UND ZUM MONATLICHEN AMTSBLATT

Art. 288, § 2, zweite Zeile: Nach den Worten „Dieser Stempel“ ist als Randergänzung einzufügen: „wird in roter Tinte abgeschlagen“.

Derselbe Artikel, erster Absatz, zweite Zeile: Das Wort „schwarzer“ ist durch „roter“ zu ersetzen.

Deutsche Übersetzung:

DIENSTANWEISUNG Nr. 28

3. ABTEILUNG — 4. BÜRO — PRÜFUNG DER EINNAHMEN

AUFHEBUNG DER BARERHEBUNG DER WERTABHÄNGIGEN GEBÜHREN FÜR SENDUNGEN MIT WERTANGABE UND MIT BÖRSENNOTIERTEN WERTPAPIEREN. — VERWENDUNG GEWÖHNLICHER BRIEFMARKEN ZUR ENTRICHTUNG DIESER GEBÜHREN.

Auf Vorschlag der Postverwaltung, niedergelegt in einem Beschluss des Postrats vom 17. Dezember 1869, hat der Finanzminister am vergangenen 16. April folgende Verfügung erlassen:

Artikel 1. Ab dem 1. Juni 1870 werden die Einnahmen aus den Gebühren von 10 Centimes je 100 Francs für angegebene Werte und von 1 Franc je 1.000 Francs für börsennotierte Wertpapiere nicht mehr als gesonderter Einnahmeposten in den Rechnungen der Posteinnehmer geführt.

Diese Einnahmen werden mit den Einnahmen aus den Briefgebühren zusammengefasst. Gewöhnliche Briefmarken können als Nachweis der Entrichtung beider vorgenannten Gebühren verwendet werden.

Artikel 2. Artikel 17 der Ministerialverfügung vom 16. Juli 1859 wird aufgehoben.

Der Finanzminister,
gezeichnet: SÉGRIS.

Deutsche Übersetzung:

CHARGIERTE SENDUNGEN. — VERSUCHSWEISE EINFÜHRUNG EINES NEUEN STEMPELS, DES SOGENANNTEN SAMMELSTEMPELS, FÜR CHARGIERTE SENDUNGEN.

§ 7. Die Postverwaltung beabsichtigt, in wenigen Tagen verschiedene der nachstehend in § 10 bezeichneten Postanstalten mit einem neuen Stempel, dem sogenannten Sammelstempel, für chargierte Briefe und Briefpakete auszustatten (1).

§ 8. Der Sammelstempel wird auf der Anschriftseite der Briefe abgeschlagen. Er vereint, wie die Postbediensteten auf den ersten Blick erkennen können, die Angaben des Tagesstempels, des Stempels CHARGÉ und des Beschreibungsstempels. Da er allein drei Stempel ersetzt, die bisher nacheinander auf demselben Brief anzubringen waren, dürfte er den Dienstbetrieb erheblich vereinfachen und zugleich dessen Sicherheit erhöhen.

(1) Das Muster dieses Stempels befindet sich im Anschluss an die vorliegende Verfügung, Seite 254.

§ 9. Die Postverwaltung wollte jedoch keine allgemeine und endgültige Einführung beschließen, bevor die möglichen Vor- und Nachteile seiner Verwendung festgestellt worden sind, da alle Belange des Dienstes für chargierte Sendungen von größter Bedeutung sind. Ich habe daher entschieden, den Versuch zunächst bei einigen bedeutenden Postanstalten durchzuführen.

§ 10. Dies sind in Paris die Zentralpostanstalt (Abteilung für Frankierungen) und die Hauptpostanstalten D, E, J und K sowie außerhalb von Paris die Postanstalten Lyon, Marseille und Bordeaux. Diesen Postanstalten werden besondere Anweisungen zu den Prüfungen übermittelt, denen sie die Verwendung des Sammelstempels zu unterziehen haben. Ich fordere hier jedoch auch die Bediensteten der anderen Postanstalten und insbesondere die Leiter des Postdienstes in den Départements auf, nach und nach auf etwaige Nachteile hinzuweisen, die der neue Stempel aus ihrer Sicht aufweisen könnte, sowie auf Möglichkeiten, diese zu vermeiden und den Stempel zu verbessern.

§ 11. Da die im vorhergehenden Paragraphen bezeichneten Postanstalten nur mit einem oder zwei Sammelstempeln ausgestattet werden, versteht es sich, dass sie neben diesem Stempel weiterhin die anderen Stempel verwenden, die er ersetzen soll, wenn er allein für den Dienstbedarf nicht ausreicht.

Deutsche Übersetzung:

SENDUNGEN MIT WERTANGABE. — EINLIEFERUNG, ZUSTELLUNG, RECHNUNGSFÜHRUNG, HAFTUNG UND BEFÖRDERUNGSWEISE.

§ 3. Aus Artikel 1 des Dekrets vom 2. Juni 1869 ergibt sich, dass Personen, die aus Frankreich und Algerien chargierte Briefe mit auf den Inhaber lautenden Wertpapieren nach Belgien senden wollen, bei Verlust oder Beraubung gemäß Artikel 6 desselben Dekrets Ersatz für diese Werte bis zu einem Betrag von 2.000 Francs je Brief erhalten können.

Hierzu müssen sie den Wert angeben und zusätzlich zum gewichtsabhängigen Briefporto sowie zur festen Chargierungsgebühr von 50 Centimes eine wertabhängige Gebühr von 20 Centimes je angefangene 100 Francs im Voraus entrichten. Diese wertabhängige Gebühr bildet den einzigen Unterschied zwischen dem Tarif für gewöhnliche chargierte Sendungen und dem Tarif für chargierte Sendungen mit Wertangabe.

Deutsche Übersetzung:

GEMEINSAME BESTIMMUNGEN FÜR CHARGIERTE BRIEFE UND BRIEFE MIT WERTANGABE

§ 26. Der Absender eines chargierten Briefes mit oder ohne Wertangabe kann bei der Einlieferung verlangen, dass ihm später die Aushändigung der Sendung an den Empfänger bestätigt wird. Hierfür entrichtet er im Voraus eine Postgebühr von 10 Centimes für die Frankierung des Rückscheins, entsprechend dem Porto eines Ortsbriefes.

Der Postbedienstete, bei dem die chargierte Sendung eingeliefert wird, soll den Absender erforderlichenfalls auf diese Möglichkeit hinweisen. Bei chargierten Briefen ohne Wertangabe nach dem Ausland darf er einen solchen Antrag jedoch nur annehmen, wenn die Zustellung durch eine französische Postanstalt erfolgt.

§ 27. Die Erhebung der Gebühr von 10 Centimes ist in der vorgesehenen Tabelle, Spalte 3 des Einlieferungsregisters Nr. 18, sowie auf dem Einlieferungsschein der chargierten Sendung zu vermerken.

§ 28. Hat der Absender eines chargierten Briefes einen Rückschein verlangt, so fordert der Postbedienstete der Aufgabepostanstalt die entsprechende Auskunft bei seinem Kollegen der Bestimmungspostanstalt mit Formular Nr. 103 an.

Dieses Formular ist mit Ausnahme bestimmter handschriftlich einzutragender Angaben vorgedruckt. Es besteht aus vier Seiten: Die erste Seite enthält die Auskunftsanfrage und die Antwort darauf. Die drei übrigen Seiten dienen dazu, nacheinander drei Anschriften aufzunehmen:

  1. die Anschrift des Postbediensteten der Postanstalt, bei der die Auskunft angefordert wird;

  2. die Anschrift des Postbediensteten der Postanstalt, der die Auskunft erteilt wird;

  3. die Anschrift des Absenders, für den der Rückschein letztlich bestimmt ist.

Hierzu genügt es, das Formular nacheinander so zu falten, dass jeweils eine der vorstehend genannten Anschriften außen liegt.

§ 29. Die Rückscheinanfrage ist von der Aufgabepostanstalt mit dem Kartenschluss abzusenden, der die chargierte Sendung enthält.

Vor der Absendung klebt der Postbedienstete der Aufgabepostanstalt eine Briefmarke zu 10 Centimes auf die Anschriftseite, die für die Adresse des Absenders der chargierten Sendung bestimmt ist, und entwertet diese Briefmarke.

Der Postbedienstete der Bestimmungspostanstalt muss den Rückschein zurücksenden, sobald der Empfänger den Empfang der chargierten Sendung im Zustellbuch Nr. 287 quittiert hat. Er prüft, ob die vorstehend genannte Briefmarke entwertet ist, und holt die Entwertung gegebenenfalls nach.

Hat die Aufgabepostanstalt die Briefmarke nicht angebracht, so muss die Bestimmungspostanstalt über dieses Versäumnis ein Protokoll aufnehmen.

Der Postbedienstete der Aufgabepostanstalt, der den Rückschein zurückerhält, faltet ihn so, dass die Anschrift des Absenders der chargierten Sendung außen liegt, und gibt ihn in die nächste Zustellung. Das Zustelldatum des Rückscheins trägt er in das dafür vorgesehene Feld in Spalte 2 des Registers Nr. 18 ein.

§ 30. Den Postbediensteten und Briefträgern ist es ausdrücklich untersagt, beim Öffnen der von ihnen zugestellten chargierten Briefe anwesend zu sein.

Auf Verlangen des Empfängers müssen sie jede Mitwirkung an einer Feststellung des äußeren Zustands des Briefes oder seines Inhalts verweigern.

Verweigert der Empfänger die Quittierung im Zustellbuch, so haben sie lediglich den Brief zurückzunehmen und auf dessen Rückseite gemäß Artikel 751 der Allgemeinen Dienstanweisung den Vermerk „Annahme verweigert“ anzubringen.

Deutsche Übersetzung:

MONATLICHES AMTSBLATT Nr. 136

VERFÜGUNG Nr. 500

1. ABTEILUNG — 2. BÜRO — ORGANISATION DES ÖRTLICHEN POSTDIENSTES

CHARGIERTE SENDUNGEN, ÜBER DEREN VERBLEIB DIE ABSENDER GEGEN VORAUSZAHLUNG DER FRANKIERUNGSGEBÜHR FÜR DEN RÜCKSCHEIN AUSKUNFT VERLANGEN. — ÄNDERUNG DES ZUR ERTEILUNG DIESER AUSKÜNFTE BESTIMMTEN FORMULARS Nr. 103.

§ 1. Bei der Postverwaltung gehen weiterhin häufig Beschwerden über die unzuverlässige Rücksendung der Formulare Nr. 103 ein. Diese bestätigen den Empfang chargierter Sendungen durch die Empfänger und sind gemäß den §§ 26 bis 29 der Verfügung Nr. 135, Monatliches Amtsblatt Nr. 47, über die Aufgabepostanstalt an jene Absender zu übermitteln, die dies gegen Vorauszahlung der Frankierungsgebühr für den Rückschein beantragt haben.

§ 2. Die Postbediensteten wurden bereits auf diese Missstände hingewiesen (Monatliches Amtsblatt Nr. 132, Seite 491). Diese sind umso bedauerlicher, als den Beteiligten dadurch dringend erwartete Auskünfte vorenthalten werden und sie zugleich Anlass haben, sich über die mangelhafte Ausführung einer Dienstleistung zu beschweren, deren Preis sie im Voraus entrichtet haben.

§ 3. Eine erneute Prüfung hat ergeben, dass die Beschwerden vor allem auf unzureichende und ungenaue Vorschriften zurückzuführen sind.

§ 4. Nach dem Wortlaut des § 29 der vorgenannten Verfügung Nr. 135 sind die Bediensteten der Bestimmungspostanstalten nämlich nur dann verpflichtet, das Formular Nr. 103 an die Aufgabepostanstalt zurückzusenden, wenn die chargierten Sendungen zugestellt worden sind. Die Rücksendung darf erst am Tag der Zustellung erfolgen.

Einerseits entsprechen diese auf die Aushändigung der Sendungen beschränkten Vorschriften weder den Absichten noch den Bedürfnissen der Absender. Diese haben ein ebenso großes Interesse daran, gegebenenfalls die Gründe zu erfahren, die der Aushändigung entgegenstanden. Andererseits kann der Aufschub der erwarteten Auskünfte, der unter bestimmten Umständen mehr als zwei Monate dauern kann, bei ihnen berechtigterweise den Eindruck erwecken, ihr Antrag sei aus dem Blick geraten.

§ 5. Grundsätzlich wünschen die Absender — und sie sind berechtigt, dies zu verlangen — zu erfahren, ob die chargierten Sendungen zu dem Zeitpunkt ausgehändigt worden sind, zu dem sie nach dem vorgesehenen Dienstablauf rechtzeitig bei der Bestimmungspostanstalt eingetroffen sein mussten, um dort für die Empfangsberechtigten bereitgehalten zu werden.

Die Postverwaltung ihrerseits kann nicht verpflichtet werden, ihnen mittels des Formulars Nr. 103 weitere Auskünfte zu erteilen und die verschiedenen weiteren Stationen der Sendungen, die sich aus den Verhältnissen der Empfänger ergeben können, zeitlich unbegrenzt zu verfolgen.

Die so bestimmte Feststellung darf jedoch keinerlei Verzögerung erfahren. Bei Nichtzustellung muss sie durch die vorgeschriebenen Angaben ergänzt werden, die es den Absendern ermöglichen, ihre Interessen wahrzunehmen.

§ 6. Dementsprechend sind künftig folgende Regeln einzuhalten, zu deren Umsetzung das vorgenannte Formular geändert worden ist:

Das Formular Nr. 103 wird von der Bestimmungspostanstalt mit den darin vorgesehenen handschriftlichen Angaben an die Aufgabepostanstalt zurückgesandt, und zwar an dem Tag, an dem die darin bezeichnete chargierte Sendung in die Zustellung hätte gegeben werden müssen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie dem Empfangsberechtigten ausgehändigt wurde oder ob ihre sofortige Aushändigung aus irgendeinem Grund nicht möglich war.

§ 7. Die Bediensteten der Aufgabepostanstalten haben die Absender bei der Einlieferung chargierter Sendungen über diese Bestimmungen zu unterrichten. Außerdem sind die Absender aufzufordern, sich wegen Beschwerden oder zusätzlicher Auskünfte, die sie nach Erhalt des Formulars Nr. 103 wünschen, an die Postverwaltung zu wenden.

§ 8. Ein Muster des geänderten Formulars Nr. 103 ist dieser Verfügung beigefügt. Die Postbediensteten werden demnächst durch das Materialbüro damit versorgt.

Bis dahin werden die Bediensteten der Bestimmungspostanstalten angewiesen, die noch vorhandenen Formulare, die sie vorläufig weiterverwenden müssen, entsprechend den Angaben des Musters auszufüllen.

§ 9. Das neue Formular Nr. 103, dessen Format vergrößert wurde, wird auf rosafarbenem Papier gedruckt, um seine ordnungsgemäße Weiterleitung zwischen den Dienststellen besser zu gewährleisten.

§ 10. Die Postverwaltung hofft, mit diesen Bestimmungen den aufgetretenen Beschwerden ein Ende gesetzt zu haben. Sie zählt auf den Eifer der Bediensteten, deren Wiederkehr zu verhindern, und hofft, keine strengen Maßnahmen gegen diejenigen ergreifen zu müssen, deren mangelhafte Dienstausübung festgestellt würde.

HANDSCHRIFTLICH IN DAS MONATLICHE AMTSBLATT ZU ÜBERTRAGENDER VERMERK

Monatliches Amtsblatt Nr. 47, Seite 252, neben § 29 der Verfügung Nr. 135:

§§ 1 bis 10 der Verfügung Nr. 500, Monatliches Amtsblatt Nr. 136.

Der Staatsrat und Generaldirektor der Posten,
ED. VANDAL.

Deutsche Übersetzung:

Die Rücksendung der Rückscheine erfolgt von Amts wegen als chargierte Sendung. Dabei sind im Register Nr. 18 oder Nr. 18 bis (Art. 313) die Namen der Empfänger derjenigen chargierten Sendungen zu vermerken, auf die sich die Rückscheine beziehen.

Der Postbedienstete, der den Rückschein einer chargierten Sendung zurückerhält, faltet ihn so, dass die Anschrift des Absenders außen liegt, und gibt ihn in die nächste Zustellung. Hat er die betreffende chargierte Sendung selbst abgesandt, so vermerkt er das Zustelldatum des Rückscheins neben dem Einlieferungseintrag in seinem Register Nr. 18.

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